Die Bank wechseln und die Welt retten?

Bank-SchriftzugWir achten beim Einkauf auf umweltfreundliche Lebensmittel, haben aus ökologischen Gründen unseren Stromversorger gewechselt und sind für mehr Umweltschutz sogar umgezogen. Verbraucher können durch Änderungen im Konsumverhalten einen Beitrag für mehr Umweltschutz leisten! Das gilt auch für Geldgeschäfte, denn die Art unserer Geldanlagen hat ebenfalls Folgen für andere Menschen und für die Umwelt. Organisationen wie Attac oder Urgewald empfehlen daher aus ethischen und ökologischen Gründen, gegebenenfalls auch die Bank zu wechseln.

Verflechtung von Banken und Atomindustrie

Der Menschenrechts- und Umweltschutzverein Urgewald hatte schon 2010 im Rahmen seiner Kampagne „Wie radioaktiv ist Ihre Bank?“ die Verflechtung deutscher Banken mit der Atomindustrie untersucht. Dabei wurde ermittelt, welche Banken die Atomindustrie mit Investitionen und Krediten versorgen und beispielsweise den Abbau von Uran oder den Bau von Atomkraftwerken finanzieren. Urgewald ermutigt Bankkunden, durch einen Wechsel der Bank einen Beitrag zum Atomausstieg zu leisten.

Spekulation und Steuerflucht von Banken

Beim globalisierungskritischen Netzwerk Attac läuft die Kampagne „Bank wechseln – Politik verändern!“, um eine Reform der Finanzmärkte durchzusetzen. Die Organisation kritisiert vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise zum Beispiel, dass manche Banken mit Nahrungsmitteln spekulieren oder Steuerflucht begehen. Attac fordert deshalb unter anderem, Finanzmärkte strenger zu kontrollieren und Steueroasen stillzulegen.

Ethische und ökologische Banken

Attac und Urgewald fordern Anleger auf, ihr Geld von konventionellen Geschäftsbanken abzuziehen, um dadurch langfristig den Finanzmarkt zu verändern. Als Alternative bieten sich nach ethischen und ökologischen Gesichtspunkten arbeitende Banken an, wie Ethikbank, GLS Bank, Triodosbank oder Umweltbank. Es gibt aber auch noch andere Banken, die für sozial- und umweltbewusste Bankkunden in Frage kommen.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken

Die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken haben sich in der Finanzkrise als solide erwiesen und sind auf regionale Kunden spezialisiert. Die meisten Sparkassen sind Geldinstitute öffentlichen Rechts und daher verpflichtet, zum Wohl ihrer Kommune oder ihres Kreises zu arbeiten. Die Geldpolitik der Genossenschaftsbanken (wie Raiffeisen-, Sparda- oder Volksbanken) kann durch ihre örtlichen Mitglieder mitgestaltet werden.

Schwer durchschaubare Verflechtungen

Allerdings können Sparkassen und Genossenschaftsbanken über ihre jeweiligen Landesbanken bzw. Zentralbanken indirekt an fragwürdigen globalen Geldgeschäften beteiligt sein. Solche Verflechtungen in der Finanzbranche zeigen, wie schwierig es für Verbraucher ist, sich in Finanzfragen ethisch und ökologisch zu verhalten. Wer die Bank wechselt, wird damit nicht die Welt retten. Trotzdem sollte man auch bei Geldanlagen ethische und ökologische Gesichtspunkte berücksichtigen.

Lesen Sie dazu mehr: Wie radioaktiv ist Ihre Bank?

Internet-Seite der Kampagne „Bank wechseln – Politik verändern“:
Attac: http://www.attac.de/kampagnen/bankwechsel/

Internet-Seite der Kampagne „Wie radioaktiv ist meine Bank?“:
Urgewald e.V.: http://www.urgewald.org/kampagne/radioaktive-bank

Ein Gedanke zu „Die Bank wechseln und die Welt retten?

  1. André Gaufer

    Keine Rendite auf Kosten der Ärmsten
    Jeder kann auf Geldanlagen verzichten, die Mensch und Umwelt schaden!
    Keiner braucht Finanzprodukte, die auf Kosten der Ärmsten mit Nahrungsmitteln spekulieren!
    Dafür setzt sich die Initiative handle-fair.de ein!

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